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Liederabend in der Bleidenbergkirche - 100 Jahre Hildegard Knef

Mondän, verrucht, geistreich: So fiel die Knef aus der Rolle. Sie war kein braves Hildchen und kein Mädel für den Heimatfilm. Sie wurde von der Schauspielerin zur Sängerin, von der Sängerin zur Schriftstellerin. Hildegard Knef folgte ihren Begabungen und machte vor, dass es auch in der Nachkriegszeit wichtigere weibliche Lebensfragen geben sollte als: Was soll ich anziehen? Was soll ich kochen?Inspiriert durch die poetisch-provokanten Lieder hat Christiane Florin zum 100. Geburtstag eine Hommage an die Knef geschrieben. Sie singt einige ihrer Chansons und erzählt aus ihrem Leben: von ihren Anfängen in der NS-Zeit und dem Skandal um die „Sünderin“, von ihren Triumphen und ihren Misserfolgen, von den roten Rosen und dem Stachel wider das Patriarchat. Sie erzählt von einer freien Frau, die in der biederen Bundesrepublik mit Esprit und Mut provozierte Der Erlös geht als Spende an die Beratungsstelle Leuchtzeichen des Vereins Umsteuern! Robin Sisterhood e.V. (Köln)

für Betroffene von sexualisierter Gewalt im kirchlichen

Kontext.

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Der Hund mit den tellergroßen Augen

8. Der Hund mit den tellergroßen Augen

Der große Felsen zwischen Alken und Oberfell, der mit seiner großen Felsennase bis an die Mosel reichte, im Volksmund „Alkener Lay“ genannt, ist ein unheimlicher Platz. Der Sage nach, leben in den Felsen Trolle, Kobolde und böse Geschöpfe, die sich nur nachts hinauswagen und auf Reisende warten und sie belästigen. Werden sie beim Morgengrauen draußen von der Sonne überrascht, verwandeln sie sich zu Stein. Der König der Trolle soll in einem unterirdischen, mit Stalaktiten geschmückten und mit Edelsteinen überzogenen Palast herrschen. Doch das meist gefürchtete Gespenst dieses Felsens und der sie umgebenden Landschaft ist ein riesiger Hund mit langem Haar und tellergroßen feurigen Augen. Oft zieht er eine rasselnde Kette hinter sich her. Die Moselaner fürchten ihn schon sehr lange. Sie machen lieber weite Umwege, als in den Felsen zu gehen, denn es heißt, ein Blick in seine Augen bedeutete den sicheren Tod für den Betrachter. Ein junger Bursche aus der Gegend, überheblich zu glauben, er könne die übersinnlichen Kräfte meistern, beschloss, sich den Hund anzusehen. In einer windigen Mondnacht stieg er in den Felsen, es dauerte nicht lange, bis er auf der Alkener Lay stand. Er glaubte eine Stimme zu hören „Lass es sein“. Der Bursche zitterte und wurde zum ersten Mal in seinem Leben von richtiger Furcht ergriffen. Trotzdem ging er weiter. Seine Schritte hallten wie eine Stimme aus einem verwunschenen Grab, bis er schließlich zu einer Eibe kam, unter der er Schutz suchte. Nach dem er sich wieder gefasst hatte, zog er einen Kreis auf dem Boden, sagte bestimmte Zauberformeln auf, kniete nieder, küsste dreimal die Erde, er bat den Geisterhund mit feierlicher Stimme zu erscheinen. Ein Wirbelwind erhob sich, Feuer blitze aus allen Felsspalten, erhellte das Massiv, und mit einem wilden Gebell sprang der Hund hervor, aus seinen Augen sprühte höllische Glut. Am nächsten Morgen fand ein vorbeiziehender Schäfer unter der Eibe den leblosen Körper des jungen Mannes mit seltsamen Zeichen auf der Brust, die von keiner Menschenhand herkommen konnten. Als die Abendruhe sich senkte, ließen die Dorfbewohner auf dem Friedhof langsam den Sarg zu seiner letzten Ruhe hinab und hofften, dass ihre eigenen Kinder in Zukunft ihre Warnung beachten und einen Bogen um das Versteck des riesigen Hundes mit den tellergroßen Augen machen würden.

Wappen von Oberfell

Weinkönigin Athina I.