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Liederabend in der Bleidenbergkirche - 100 Jahre Hildegard Knef

Mondän, verrucht, geistreich: So fiel die Knef aus der Rolle. Sie war kein braves Hildchen und kein Mädel für den Heimatfilm. Sie wurde von der Schauspielerin zur Sängerin, von der Sängerin zur Schriftstellerin. Hildegard Knef folgte ihren Begabungen und machte vor, dass es auch in der Nachkriegszeit wichtigere weibliche Lebensfragen geben sollte als: Was soll ich anziehen? Was soll ich kochen?Inspiriert durch die poetisch-provokanten Lieder hat Christiane Florin zum 100. Geburtstag eine Hommage an die Knef geschrieben. Sie singt einige ihrer Chansons und erzählt aus ihrem Leben: von ihren Anfängen in der NS-Zeit und dem Skandal um die „Sünderin“, von ihren Triumphen und ihren Misserfolgen, von den roten Rosen und dem Stachel wider das Patriarchat. Sie erzählt von einer freien Frau, die in der biederen Bundesrepublik mit Esprit und Mut provozierte Der Erlös geht als Spende an die Beratungsstelle Leuchtzeichen des Vereins Umsteuern! Robin Sisterhood e.V. (Köln)

für Betroffene von sexualisierter Gewalt im kirchlichen

Kontext.

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Der Schatz auf dem Bleidenberg

7. Der Schatz auf dem Bleidenberg

Auf dem Bleidenberg bei Oberfell liegt schon seit langer Zeit ein reicher Schatz vergraben. Von ihm weiß man nur, dass ein verwünschtes junges Mädchen ihn bewachen muss. Als im dreißigjährigen Krieg viele Soldaten im Dorf lagen, gingen zwei Soldaten abends auf den Dickenberg, um dort den schönen Ausblick aufs Maifeld zu genießen. Gegen Mitternacht kehrten sie in ihr Quartier zurück. Ihr Weg führte sie über den Bleidenberg. Als sie dort ankamen, sahen sie plötzlich ein weibliches Gespenst vor sich stehen. Sie waren sehr erschrocken und wollten zuerst weg laufen. Aber das Mädchen rief einen Soldaten beim Namen. Er traute sich und fragte sie: „Was tust du hier?“ Worauf sie antwortete: „Ich bewache einen Schatz! Du kannst ihn behalten wenn du mich erlöst!“ Er solle morgen Nacht zur gleichen Uhrzeit wiederkommen, aber alleine, sagte sie ihm. Danach verschwand sie. Aber der Soldat fürchtete sich und kam in der nächsten Nacht nicht wieder. Kurze Zeit später wurde ein Oberfeller Bürger auf die gleiche Weise von dem Mädchen angesprochen. Dieser versprach wiederzukommen. Er hielt sein Versprechen. Das Mädchen sagte zu ihm: „Fang da an zu hacken!“. Er aber erwiderte ihr: „Hacke du selbst!“ Sie tat dies und hackte in der Erde ein glänzendes Schloss los. Dies gehörte zu einer Kellertür, die sich von selbst öffnete. Der Mann ging hinein und sah ganz viel Gold und Silber. Er packte alle seine Taschen voll. Das Mädchen rief ihm zu: „Vergiss das Beste nicht!“ Er meinte, er solle nur das Gold nehmen und das Silber liegen lassen, und so nahm er nur das Gold, ging wieder heraus und die Kellertür schlug hinter ihm zu. Da sprach seufzend das Mädchen: „Hättest du auch den Schlüssel mitgenommen, so wäre ich erlöst und du der reichste Mann der Welt!“ Mit diesen Worten verschwand sie. Das Schloss und die Kellertür hat man nie wieder gesehen. Das Mädchen aber geht noch oft um Mitternacht herum und seufzt und weint.

Wappen von Oberfell

Weinkönigin Athina I.